Neue KFE: Fundament für automatisierte Ausschreibungen im Elektrohandwerk

24.03.2026 / 3 Minuten / Branche

Im Elektrohandwerk kostet Angebote kalkulieren, Leistungsverzeichnisse prüfen und Ausschreibungen nachbearbeiten oft mehr Zeit, als es sollte. Genau hier setzt die überarbeitete KFE an: Sie wurde konsequent auf digitale Workflows ausgerichtet. 

 

Warum die KFE neu gedacht werden musste 

 

Die KFE ist seit Jahrzehnten ein zentrales Werkzeug für E-Betriebe, Planer und Ausschreibende. Doch genau diese lange Historie wurde zuletzt zum Problem: Die gewachsene, kapitelbasierte Struktur passte immer weniger zu digitalen Prozessen und modernen Arbeitsabläufen. „Es kam zunehmend zu Brüchen zwischen Planung, Baustellenumsetzung und digitalen Workflows“, erklärt Andreas Dörflinger, Bundesbeauftragter für Digitalisierung im ZVEH. Die Folge: zusätzlicher Abstimmungsaufwand, manuelle Nacharbeit und Medienbrüche. Mit der Überarbeitung wurde die KFE deshalb grundlegend neu gedacht – weg vom klassischen Nachschlagewerk, hin zu einer strukturierten, datenbasierten Grundlage für durchgängige Prozesse. 

 

Neue Struktur, näher an der Baustelle 

 

Kern der Überarbeitung ist eine neue Logik: Statt einer rein kapitelbasierten Gliederung orientiert sich die KFE jetzt am tatsächlichen Ablauf auf der Baustelle und am Stromfluss von der Einspeisung bis zum Endgerät. Die Leistungen sind dafür in Haupt- und Obergruppen gegliedert, etwa für Strom- und Sammelschienensysteme, Schalt- und Installationsgeräte oder Verlegesysteme sowie Kabel und Leitungen.  

 

Mehr Datentiefe für realistische Kalkulationen 

 

Neben der neuen Struktur wurde auch die Datentiefe deutlich erweitert. Leistungen und Bauzeiten wurden differenziert und um zusätzliche Varianten ergänzt. So lassen sich Tätigkeiten wie Montage, elektrischer Anschluss oder Programmierung getrennt abbildenebenso wie unterschiedliche Qualifikationsstufen vom Auszubildenden bis zum Meister. Auch herstellerspezifische Unterschiede können berücksichtigt werden.  

 

Basis für KI-gestützte Ausschreibungen 

 

Die neue KFE ist zugleich die Grundlage für automatisierte Prozesse. Plattformen wie Electrofy oder Gaeb.ai können Anforderungen aus Leistungsverzeichnissen erkennen und automatisch passenden KFE-Positionen zuordnen. Was bislang Stunden oder Tage an manueller Prüfung erforderte, lässt sich so in wenigen Minuten erledigen. Für E-Betriebe bedeutet das eine spürbare Entlastung in der Angebotsphase.